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Das Glitzern
Traumreise im Winter

Mach es dir ganz bequem ... Während du dich noch räkelst, kannst du schon beginnen, angenehm ruhiger zu werden  ... Deine Augen können noch offen bleiben und auch zu ruhen beginnen – oder sie können sich schließen und die angenehme Ruhe selbst spüren ... Du hörst vielleicht noch Geräusche um dich, im Raum ... oder von draußen ... Und irgendwann können die Geräusche und jede Bewegung ganz gleichgültig werden  ... Und du spürst vielleicht schon, wie gut es sich anfühlt, einfach so da zu sein und eine Traumreise zu hören  ...

In der Nacht hat es geschneit. Nun steigt die Sonne aus dem Weiß, und du gehst den Weg durch das Glitzern ...

Im schwarzen Geäst eines Baums pfeift ein Vogel zwei, drei Mal ... Sonst ist es still ... Vielleicht hörst du sogar deinen eigenen Atem gehen. Er geht ein und aus, ein und aus, ganz ruhig und gleichmäßig, ganz von allein ... Die Luft ist klar geworden in dieser Ruhe ...

Die Wolken am Himmel sind weiß wie der Schnee ... Sie ziehen ganz langsam ... Die Wolken müssen schwer sein, so groß wie sie sind und so viel Schnee aus ihnen gefallen ist ... Aber sie ziehen ganz leicht durch den Himmel ...

Vielleicht spürst du die Wärme der Sonne auf deinem Gesicht ... Und die Wärme in deinem Körper ... wie sie durch dich strömt und dich angenehm warm macht ...

Schritt für Schritt gehst du durch den frisch gefallenen Schnee ... An einer schönen Stelle bleibst du stehen und beugst dich nieder zum Glitzern im Schnee ... Du versuchst, das Glitzern zu berühren ... Aber gerade dort, wohin du deine Hände bewegst, erlischt das Glitzern in deinem Schatten ...

Du versuchst es noch einmal, aber sobald du näher kommst, fällt dein Schatten auf den Schnee und das Glitzern hört auf ... Rundum glitzert der Schnee ... Tausend winzige Sonnen funkeln ... Nur dort, wo du das Glitzern fassen möchtest, erlischt es ...

Du versuchst, die Hände so zu halten, dass kein Schatten auf das Glitzern fällt ... Schon kannst du den Schnee berühren ... aber er schmilzt unter deiner Berührung – und das Glitzern ist fort ...

Ringsum das Glitzern im Schnee ... nur dort, wo du das Glitzern berühren willst, immer gerade dort hört es auf ...

Du schließt deine Augen ... Wenn du achtgibst, kannst du das Glitzern des Schnees in dir selbst sehen ... Draußen erlischt es, sobald du es zu greifen versuchst – aber du hast es in dich selbst hineingenommen ...

Weiter gehst du deinen Weg durch den Neuschnee ... Ringsum die winzigen Sonnen ... In einer Hecke zwitschert munter eine Spatzenschar ... Als du kommst, verstummen die Vöglein und du kannst deine Schritte im Schnee hören ... Und hier und da die Flügelschläge der Spatzen ... Kaum bist du ein Stückchen vorbei, zwitschern sie weiter ... Lange noch hörst du ihr Zwitschern, während du deinen Weg durch den Schnee gehst ...

Vielleicht spürst du die Ruhe um dich ... Vielleicht spürst du schon die Ruhe und die Kraft tief in dir wachsen ...

Und nun kommt die Traumreise langsam zum Ende und du kehrst zurück in den Raum ... Du spürst wieder den Raum um dich und hörst seine Geräusche ... Die Ruhe ist weiter in dir. Und die Kraft. Du spürst vielleicht, wie die Kraft in dir stärker geworden ist ... Die Augen können sich wieder öffnen ... Atme dann tief durch! Reck dich und streck dich  ...

 

Aus: Friebel, Volker (2014): Winterzeit – Traumreisen für Kinder. Tübingen: Edition Blaue Felder. eBuch nur im Amazon-Kindle-Format: 48.000 Zeichen, 2,99 Euro.

 

 


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