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Ruheorte

Die einfachste bildhafte Vorstellung ist der Ruheort. Er besteht aus einer einzigen Imagination entspannender Art. Keine Reise wird erlebt, sondern ein einzelnes Bild, beispielsweise eine Blume, ein Garten, ein Meeresstrand oder eine Berglandschaft. Der Ruheort kann entweder vorgegeben werden (siehe die Blume im vorherigen Abschnitt) oder lässt sich vom Erlebenden nach einer offenen Anleitung selbst finden.

Eine solche Anleitung kann etwa folgendermaßen lauten:

Setzen Sie sich bequem hin und schließen Sie die Augen. Stellen Sie sich eine ruhige, unbewegte Situation vor, in der Sie sich völlig entspannen können. Am besten ist ein Ort in der Natur. Das mag eine Situation sein, die Sie wirklich erlebt haben, wie das Liegen an einem Strand oder das Sitzen im Gras einer Bergwiese. Es kann aber auch nicht real erlebt, sondern erdacht sein. Achten Sie darauf, was für Sie besonders entspannend ist und verstärken Sie diese Aspekte noch. Wenn es Dinge gibt, die Sie an diesem Ort stören, lassen Sie diese weg. Errichten Sie sich so Ihren eigenen Ruheort zur Entspannung.

Danach lässt man dem Imaginierenden einige Minuten Zeit zur Vorstellung des Ruheorts. Dann wird über die gemachte Erfahrung geredet. Wenn der Erlebende über den Ruheort berichtet, kann gemeinsam überlegt werden, wie er sich noch besser gestalten lässt. Dabei kann je nach Person die Betonung von Ruhe, Frieden, Kraft, Ausgeglichenheit, Langsamkeit, Regelmäßigkeit, Zufriedenheit, Fülle, Farbe, Wärme angeregt werden. Meist sind Verbesserungen aber gar nicht nötig und es lässt sich mit dem Hinweis schließen, dass dieser Ruheort künftig vom Erlebenden auch allein vorgestellt werden kann. Situationen lassen sich überlegen, wo dies hilfreich und angemessen erscheint. Vielleicht sind das Stress-Situationen, vielleicht Erholungssituationen, in denen die Ruhe aber nicht von selbst kommen will (beispielsweise bei Einschlafproblemen), vielleicht ist es die Einstimmung auf eine offene Imagination therapeutischen Charakters.

Wenn die eigene Findung eines Ruheorts Schwierigkeiten macht oder es aus anderen Gründen angebracht erscheint, kann von außen ein Ruheort vorgegeben werden. Bei der Arbeit mit einzelnen Personen wird man hier an dem ansetzen, was man von den Vorlieben der Person schon weiß oder diese kurz erfragen. Bei der Arbeit mit Gruppen kann ein Ort am Meer oder wie im unteren Beispiel auf einer Bergwiese gewählt werden.

Stellen Sie sich eine Bergwiese vor, wie Sie Ihnen gefallen würde. Vielleicht liegen Sie dort im Gras oder sitzen auf einer Bank und betrachten die Landschaft, allein oder still mit anderen.

Alles ist genau so, wie Sie es mögen. Die Berge ringsum, die Wiese, vielleicht ist ein Stück weiter ein Wald und Sie können Vögel singen hören. Vielleicht tönen da Kuhglocken ...

[Längere Pause.]

Achten Sie auf die Ruhe ringsum, auf den tiefen Frieden, auf die Kraft in der Ruhe und in diesem Frieden.

[Längere Pause, dann Beenden.]

 

Alle Texte entstammen der Publikation: Friebel, Volker (2000): Innere Bilder. Imaginative Techniken in der Psychotherapie. Düsseldorf: Walter.

Überarbeitete Neuausgabe: Volker Friebel (2012). Innere Bilder . Imaginative Techniken im Alltag und in der Psychologie. Tübingen: Edition Blaue Felder. PapierBuch: 167 Seiten, 24,90 Euro; eBuch: 373.000 Zeichen, 17,99 Euro.

 

 


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